“Wieso bietest du eigentlich den Tec 40-Kurs und das PADI Deep Diver Specialty an? Das ist doch das selbe, oder?” Du glaubst gar nicht, wie oft ich diese Frage schon gehört habe. Deshalb will ich heute einmal versuchen, die Unterschiede zwischen diesen beiden Kursen zu erläutern.

Den meisten Tauchern ist der Sinn und Zweck des PADI Deep Dive Specialties klar: Man erweitert durch das Erlernen und Vertiefen von wesentlichen Skills und durch die Trainingstauchgänge mit einem PADI Profi seine Erfahrung und Qualifikation derart, das es möglich ist, die unter Sporttauchern anerkannte Maximaltiefe von 30 m auf 40 m auszudehnen und erlangt die Befähigung, Nullzeittauchgänge auf eben diese Tiefe zu planen und durchzuführen. Und was soll dann der Tec 40-Kurs? Auch hier geht es doch um die Tiefengrenze von 40 m. Ja. Aber…

Im Gegensatz zum PADI Deep Diver Kurs erfüllt der Tec 40 Kurs eine sehr wesentliche zusätzliche Aufgabe: Er stellt den teilnehmenden Sporttauchern die fundamentalen Basics des technischen Tauchens vor und er führt sie ein in die Welt des Deko-Tauchens. Der Tec 40-Kurs wird auch beschrieben als der Kurs, der den Übergang zwischen Sporttauchen und technischem Tauchen bildet. Und Sporttaucher können gleich zweifach von diesem Kurs profitieren: Einerseits haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit, die grundlegenden Techniken und vor allem auch die Philosophie des technischen Tauchens kennenzulernen und so eine bewußte Entscheidung zu treffen, ob sie sich zukünftig verstärkt mit diesem sicherlich spannenden Thema auseinander zu setzen. Und diejenigen, die sich nicht weiter mit dem technischen Tauchen befassen wollen erlernen trotzdem wesentliche Skills, die sie in ihre Sporttaucherei einfließen lassen können und können so noch sicherer, noch (selbst-)bewusster tauchen.

Das Sporttauchen so wie es heute definiert wird erfüllt bis auf ganz wenige Ausnahmen immer eine ganz wesentliche Bedingung: Es ist dem Taucher zu jedem Zeitpunkt des Tauchgangs möglich, direkt und ohne Unterbrechung zur Oberfläche zurückzukehren. Das geht soweit, das im Open Water Diver Kurs bereits der kontrollierte schwimmende Notaufstieg (CESA) als eine Option im Falle einer Ohne-Luft-Situation gelehrt und trainiert wird. Aber seien wir ehrlich: Wer von uns würde einen CESA starten aus einer Tiefe von 18, 20, 25 Metern oder mehr? Es ist doch einfach so: Mit zunehmender Tauchtiefe ist ein direkter Aufstieg zur Oberfläche im Falle eines Problems immer weniger eine wirkliche Option. Die Taucher müssen mehr und mehr in der Lage sein, Probleme unter Wasser zu lösen. Das beinhaltet auch entsprechendes (redundantes) Equipment und ein entsprechendes Training, um im Fall des Falles auch wirklich sicher damit umzugehen. Und 40 Meter ist schon eine „ordentliche“ Tiefe in Bezug auf erhöhten Luftverbrauch, Stickstoffnarcose, Druckauswirkungen, Stickstoffsättigung etc.

Sowohl Tec 40 als auch PADI Deep Diver Specialty bereiten auf das Tauchen ineben diese Tiefe vor. Beide Kurse beinhalten die klassischen Elemente der PADI-Kursstruktur: Theorievermittlung (Selbststudium und/oder Unterricht durch den Instructor) und das praktische Training. Beide beinhalten mindestens vier Freiwassertauchgänge. Beide führen auf eine maximale Tiefe von 40 Metern. Schauen wir uns einmal genauer an, wo die Unterschiede liegen:

Theorievermittlung:

Im PADI Deep Diver Specialty erfolgt diese mittels eines Manuals in dem auf Basis bereits erlernter Inhalte und vertieft diese. Im Wesentlichen geht es um Stickstoffnarkose, DCI/DCS, Auswirkungen von Druck sowie um einige generelle Überlegungen hinsichtlich der Durchführung tieferer Tauchgänge (Temperatur, Lichtverhältnisse, höherer Luftverbrauch). Das alles ist in der Regel nicht besonders schwirig in kurzer Zeit im Selbststudium abzudecken und wird lediglich in Form von Wiederholungsfragen durch den Instructor überprüft.

Im Tec 40 Kurs sieht das alles etwas anders aus: Sicherlich aufwändiger und anspruchsvoller für den Teilnehmer – aber eben auch um einiges tiefer gehend: Angefangen bei einigen generelle Überlegungen und Philosophien des technischen Tauchens (Tauchen im Team, der selbstverantwortliche Taucher, das Prinzip, immer auf alles vorbereitet zu sein, Equipment, Tauchen und Fitness etc) erlernen die Schüler fortgeschrittene Gasplanung, sie müssen ihre Sauerstoffbelastung und ihre Sättigung berechnen und sollen in der Lage sein, ihren persönlichen Gasbedarf zu ermitteln und entsprechend zu planen. Darüber hinaus gibt es Workshops („practical applications“) in denen die Teilnehmer sich beispielsweise selbstständig mit dem Equipment beschäftigen oder auch die Tauchgangsplanung mittels Planungssoftware kennenlernen. Das alles mündet in eine schriftliche Prüfung.

Praxis:

Der PADI Deep Diver Kurs fokussiert in der Praxis stark auf die Effekte zunehmender Tiefe auf den Taucher bzw. auf die Tauchumgebung. Es geht um Farben, um die Auswirkungen von Druck auf ein Objekt, der Effekt der Stickstoffnarkose oder auch um die (Un-)Genauigkeit von Tiefenmessgeräten. Während der Tauchgänge hat der Teilnehmer die Möglichkeit, einen Notfall-Dekompressionsstopp zu simulieren, er atmet aus einer Notfall-Luftversorgung und er führt verschiedene Ab- und Aufstiege durch. Neue Tauchfertigkeiten erlernt der Teilnehmer aber nicht.

Ganz anders der Tec 40 Kurs: Hier wird großen Wert auf die Tauchgangsplanung und ihre Umsetzung in der Praxis und auf neue – aus dem technischen Tauchen stammende – Skills gelegt. Schon ab dem ersten Tauchgang geht es um Valve-Drills, Stage-Handling, das Atmen aus einer Stage, das Setzen einer Dekoboje usw. Das setzt sich im gesamten Kurs fort, ergänzt um simulierte und reale Dekostops (stabil +/- 50 cm). Als letzten Tauchgang plant der Teilnehmer einen 40 m-Tauchgang mit max. 10-minütiger Dekompression und führt ihn durch. Und demonstriert dabei, das er in der Lage ist, auch auf unvorhergesehene Ereignisse während des Tauchgangs zu reagieren. Und während des gesamten Kurses lernt der Teilnehmer neues Equipment kennen und verwenden (Stage, Longhose, Deko-Software) und wird mit dem Prinzip der Redundanz vertraut gemacht. Und vor allem lernt er die Philosophie des technischen Tauchens kennen.

Fazit:

In jeder Hinsicht geht der Tec 40 Kurs mehr in die Tiefe, ist anspruchsvoller und sicher auch anstrengender für die Teilnehmer. Aber er bietet denjenigen, die sich wirklich weiterentwickeln wollen auch einiges mehr. Wer einfach und schnell seine Tiefengrenzen auf 40 m ausdehnen will um beispielsweise in bestimmten Urlaubsdestinationen mal an nicht dekompressionspflichtigen Tauchgängen jenseits der 30 m teilnehmen zu können und wer damit zufrieden ist, sein Wissen und seine Skills lediglich an die neue, tiefere Umgebung anzupassen, für den ist der PADI Deep Diver Kurs nach wie vor eine gute Wahl.

Wer aber ein wirklich tieferes Verständnis der tauchtheoretischen Zusammenhänge will, wer sich mit erprobten Sicherheitskonzepten und deutlich erweiterten Prozederes befassen und seine taucherischen Fertigkeiten nachhaltig ausweiten möchte und dabei einen gewissen Lern- und Trainingsaufwand nicht scheut, der wird für sich mit dem Tec 40 Kurs die besser Wahl treffen.

Wenn Du Dir persönlich ein Bild machen möchtest, dann schau Dich ein wenig bei unseren Tec-Angeboten um und lass uns persönlich darüber reden, welche Möglichkeiten es für Dich gibt.